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Fotograf(in) und Foto
Ich las gerade in einer deutschen Zeitung, dass Hugh Grant streitlustig reagierte, als er in seiner Wohngegend von einem Fotografen um ein Foto gebeten worden war. Da ich nicht anwesend war, als das passierte, weiss ich nicht genau, was da im Detail ablief. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass einige Leute anwesend waren, die diesen Vorfall verfolgten.
Dieser Artikel erinnerte mich an einige Vorfälle, als man von mir Fotos machte und an eine Begebenheit, wo ich jemanden um ein Foto bat.
In früheren Artikeln habe ich schon von der Nahaufnahme an der UW Zahnklinik geschrieben, die in Zusammenhang mit der Untersuchung von Dr. G. als Verspottung und Demütigung diente.
Hier möchte ich ein Vorkommen schildern, dass fast 11 Jahre zurückliegt. Das war im Jahr 1996. Zu dieser Zeit arbeitete ich bei Microsoft in der Abteilung ‘Quality Assurance’ bei der Microsoft Lokalisierungsgruppe. Dieser Vorfall zählt mit Sicherheit auch zu meinen ‘nicht-alltäglichen Erfahrungen’.
Eine meiner vorherigen Kollegen, Dagmar, die innerhalb Microsoft zu einer anderen Gruppe gewechselt war und nun in der Lokalisierungsgruppe für Access arbeitete, lud mich zu der Office-Party ein, da ich während des Lokalisierungsvorgangs eng mit der Access-Gruppe zusammengearbeitet hatte. Und ich nahm die Einladung begeistert an.
Als wir eintrafen bekamen wir eine Wegwerfkamera und einige unechte Chips zum Spielen an hergerichteten Spieltischen ausgehändigt. Wir wussten erst einmal nicht, warum wir die Kamera erhalten hatten, aber der Grund war nach einer Weile ziemlich offensichtlich, da Bill Gates sich auf der Party blicken liess.
Wir bemerkten, dass er ununterbrochen von weiblichen Microsoft-Angestellten um ein Bild mit ihm gebeten wurde. Und ein Bild nach dem anderen erfüllte er geduldig deren Bitte. Später hörten wir, dass er gerade von Japan zurückgekehrt war, wo man ihn auch immer wieder um ein Bild mit ihm gebeten hatte.
Dagmar sagte mir, dass auch sie ein Bild mit ihm wollte. Daher bat sie mich ihre Fotografin zu sein. Und ich willigte ein, allerdings kannte ich mich weder mit Kameras noch mit denen aus, die man nach einmaligem Gebrauch wegwirft.
Sie dachte, dass ich vielleicht auch ein Bild mit Bill Gates haben wollte, aber das war nicht der Fall. Ich bin eigentlich kamerascheu, oft introvertiert und nicht gerade fotogen. Ich mag eigentlich nicht, dass man Bilder von mir macht. Aber daneben hatte ich noch einen anderen Grund, warum ich kein Bild mit Bill wollte, aber den behalte ich vorerst einmal für mich. Hier sei nur angemerkt, dass der Grund auf keiner Abneigung ihm gegenüber basierte.
Als ich ein Bild von Dagmar und Bill machte, drückte ich auf den Auslöserknopf der Kamera. Ich drückte nur auf einen Knopf der Kamera und das war der Auslöser. Nachdem ich das Foto gemacht hatte, fing Dagmar an zu jammern und meinte, dass der Blitz nicht aufgeleuchtet sei. Mir war nur bekannt, dass ich einen Auslöser drücken musste, was ich auch getan hatte.
Aufgrund Dagmars Jammern fühlte ich mich gar nicht mehr wohl, und um sichergehen, dass sie ihr Bild mit Bill Gates bekommt, entschied ich mich, ihn um eine andere Aufnahme zu bitten.
Deshalb folgte ich ihm, während er andauernd von anderen weiblichen Angestellten um ein Foto gebeten wurde. Zu einem angemessenen Zeitpunkt nahm ich all meinen Mut zusammen, trat an ihn heran und fragte ihn, um ein anderes Foto mit Dagmar. Die Art und Weise wie ich mich an ihn wendete, war schon ein wenig unkonventionell, da er von vielen Leuten immer abgeriegelt war.
Während ich ihm folgte, griff ich die Gelegenheit beim Schopf, als er mit dem Rücken zu mir nur eine Armeslänge entfernt stand. Um seine Aufmerksamkeit zu erhalten, tippte ich ihn leicht auf seiner hinteren linken Schulter an. Und Bill drehte sich langsam um, so dass wir uns gegenüberstanden. Ich fragte ihn, um ein anderes Bild mit Dagmar, und er willigte geduldig ein.
Zu diesem Zeitpunkt war ich dann ziemlich nervös. Erstens kannte ich mich mit Kameras kaum aus und vor allem nicht mit der, die ich in der Hand hielt, und die Situation selbst war schon irgendwie überwältigend.
Als ich zum zweiten Mal eine Aufnahme von Dagmar und Bill Gates machte, funktionierte der Blitz wieder nicht. Ich wusste nicht, was ich falsch machte und ich fühlte mich mittlerweile ziemlich unwohl. Dieses Mal hatte ich aufgepasst und auch bemerkt, dass die Kamera nicht geblitzt hatte.
Nachdem auch Bill das bemerkt hatte, kam er auf mich zu und blieb ungefähr einen halben Meter vor mir stehen. Ich hielt die Kamera in meinen Händen, schaute sie an, sah aber eigentlich gar nichts und konnte es gar nicht fassen, dass ich in solch einer peinlichen Lage war.
Auf eine ruhige Weise bat Bill mich, ihm die Kamera zu geben, was ich auch tat. Daraufhin schaute er sich die Kamera an, während wir uns, nur weniger als eine Armeslänge voneinander entfernt, gegenüberstanden. Während wir so nah nebeneinander standen, hatte ich für einen kurzen Augenblick ein Yoga-ähnliches Erlebnis, dass ich noch nie erlebt hatte. Diese im Grossen und Ganzen heikle Situation und das kurzzeitige Yoga-Gefühl führten weiterhin zu einer innerlichen Spannung, und um diesen Druck zu lockern, zog ich die Bremse an, indem ich etwas tat, das eigentlich der Situation nicht entsprechend war. Zu diesem Zeitpunkt reagierte ich nun einmal nur aufgrund meiner innerlichen Spannung.
Während all das ablief, hatte ich aus dem Augenwinkel heraus bemerkt, dass ein anderer Mann auf uns zueilte und als dieser Mann uns dann erreichte, nahm ich die Kamera aus Bill’s Händen, reichte die Kamera dem Mann neben uns und sagte zu ihm “mach Du das”, und dann drehte ich mich um und ging weg.
Ich weiss nicht, was dann hinter mir ablief, in diesem Moment musste ich mich nun einmal von dieser Situation entfernen. Es ist wohl klar, dass diese Situation hätte besser bewältigt werden können, aber dem war einfach nicht so. Und ich selbst bin auch nicht von meiner damaligen Handlung begeistert.
Nun, dieses Geschehen wurde von einigen Microsoft-Angestellten und Gästen beobachtet. Für eine ziemich lange Zeit wurde ich auf subtile Weise an diese Situation erinnert. Zum Beispiel wurde ich einmal, als ich abends nach Hause kam, von einem Nachbarn mit einem starken Blitz geblendet, als ich gerade an seinem Haus vorbeifuhr. Obwohl ich nicht mehr bei Microsoft arbeitete, wohnte ich noch direkt neben dem Hauptwohnsitz der Firma.
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