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Archive for April 30, 2007

Reisebekanntschaft

Während ich noch bei Microsoft arbeitete, wurde ich eines Tages an ein Erlebnis erinnert, das 1971 vorgefallen war. Die Erinnerung an dieses Erlebnis wurde dadurch wachgerufen, dass eine meiner Microsoft-Managerinnen eine sehr ungewöhnliche Bemerkung auf der jährlichen Summit-Konferenz in 1999 bei einer unserer abendlichen sozialen Veranstaltungen machte.

In dem Jahr hatten wir unser Treffen auf Kinnitty Castle in Irland. Eine der Managerinnen machte einen äusserst ungewöhnlichen Vorschlag, wie wir uns der Gruppe vorstellen könnten. Ich fand einen ihrer Vorschläge völlig unangemessen und auch kein anderer folgte ihrem Vorschlag. Aufgrund der Unangemessenheit ihres Vorschlags werde ich hier nicht wiederholen, was sie an diesem Abend gesagt hatte. Allerdings führte ihr Vorschlag zu dem Ergebnis, dass ich eine Weile später über ein Erlebnis reflektierte, das vor vielen Jahren vorgefallen war.

Als ich in Deutschland wohnte, besuchte ich mit zwei Freundinnnen aus meinem Heimatort München. Da war ich fast 18 Jahre alt. Wir zelteten auf einer Bauernwiese ausserhalb einer kleinen Stadt, die Fürstenfeldbruck heisst und in der Nähe von München liegt. Nachdem der zukünftige Schwiegervater meiner Freundin uns dorthin gefahren und abgeladen hatte, waren wir auf uns alleine gestellt und ohne eigenes Transportmittel. Um mobiler zu sein, mieteten wir uns einen Mortorroller.

Der Motorroller ermöglichte mir die Gegend zu erkunden und eines Tages nahm ich sogar einen Tramper mit. Er sprach nur Englisch und war ein wenig jünger als ich. An dem Tag, als ich ihn mitnahm, regnete es in Strömen. Wir konnten uns eigentlich kaum verständigen, da ich kein Englisch sprach. Die Fremdsprachen, die ich in der Schule lernte, waren Latein und Französisch.

Ich habe noch vor Augen, dass ich ganz viel in Deutsch redete, wohingegen er der Schweigsame war. Damals dachte ich, dass er mich verstehen würde, aber das war vielleicht ein Missverständnis. Wir waren nur für einige Stunden zusammen, aber dieses Erlebnis zählt auch zu den nicht-alltäglichen Erfahrungen. Es dauerte eigentlich etwas mehr als nur ein paar Monate, um dieses spezifische Erlebnis und die damit zusammenhängenden Umstände wieder in Erinnerung zu rufen.

Ohne weiter auf Einzelheiten unserer Begegnung an diesem Tag einzugehen, möchte ich hier nur noch anmerken, dass ich glaube, dass er Amerikaner war, der entweder gerade in Deutschland auf Besuch oder zu der Zeit ein Austauschschüler war.

Nachdem ich anfing über dieses und auch andere Ereignisse in meinem Leben nachzusinnen, fing ich an mich zu fragen, ob ich vielleicht zu dem Ort in den USA gekommen war, wo er auch wohnt. Wir alle haben schon erfahren, dass das Universum seine Melodie auf verschlungene Weise spielt.

Nun, bis zu dieser Stelle bin ich gekommen, und ich würde gerne wissen, wen ich 1971 in Fürstenfeldbruck bei München kennengelernt habe. Wer besuchte damals im July/August 1971 Deutschland und war so etwa 16 Jahre alt? In einem meiner Bücher steht, ‘Nichts ist Zufall, es sollte so kommen’.

Nun wie das Universum seine Melodie spielt, deren vollständiges Ausmass wir zeitweise gar nicht verstehen, machen wir mit und entwickeln uns so mit der Zeit weiter.

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